Pfadigrundlagen

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Grundlagen der Pfadibewegung

Einige sehr wichtige Grundgedanken und Traditionen sind jedoch seit der Gründung der Pfadi gleichgeblieben oder haben sich nur leicht verändert. Dies sind die Grundpfeiler, welches die Pfadi zu der weltweit grössten Jugendbewegung macht und eine ganzheitliche Entfaltung der Jugendlichen ermöglicht.

Die wichtigsten Grundgedanken:

Ehrenamtlichkeit

Ob Leitungsteams, Helferinnen oder Materialverantwortliche: Die ganze Arbeit findet ehrenamtlich statt. Dies macht die Pfadi nicht nur zur Herzensangelegenheit, sondern ermöglicht dank niederen Mitgliederbeiträgen auch allen interessierten Kindern und Jugendlichen den Eintritt.

Jugend leitet Jugend

Es sind oft selbst Jugendliche oder junge Erwachsene, welche den Pfadialltag selbstständig organisieren. Sie haben einen guten Bezug zu den Teilnehmenden und besuchen regelmässig Ausbildungskurse, um die Qualität ihrer Arbeit zu sichern.

Struktur statt Hierarchie

Ein künstliches Machtgefälle soll verhindert werden. Leiterinnen und Leiter haben spezifische Aufgaben. Doch niemand hat das Recht, unbegründet Befehle zu erteilen. Vielmehr soll ein stetiger Dialog herrschen.

Unabhängigkeit

Die Pfadi geht keine konkreten wirtschaftlichen, religiösen oder politischen Verpflichtungen ein. In erster Linie ist die Pfadibewegung sich selbst und ihren eigenen Grundsätzen verpflichtet. Dies soll nicht heissen, dass die oben genannten Aspekte aus dem Pfadialltag ausgeklammert werden.

Internationalität

Die Pfadi ist eine weltweite Bewegung, welche völkerverbindend wirken soll. Kultureller Austausch und Toleranz sind wichtige Kernelemente der Pfadibewegung.

Lokalität

Dennoch sind die einzelnen Pfadigruppen lokal verankert und geniessen grosse Autonomität. Die Leiterinnen und Leiter gestalten Aktivitäten, Normen und Rituale ihrer Gruppe selbst.

Gleichberechtigung

Alle Teilnehmenden sind gleichberechtigt. Ein sozialer Hintergrund spielt keine Rolle. Jedes Mitglied ist ein Teil der Gruppe und soll seine Anliegen einbringen. Alle dürfen sich untereinander mit Vornamen ansprechen.

Learning by doing

Dies war einer der Grundsätze Baden-Powells. Die Kinder und Jugendlichen sollen praktische Erfahrungen sammeln, Dinge selbst versuchen und durch ihre Erfolge oder Misserfolge Erfahrung sammeln.

Traditionen

Der Pfadigruss: der Daumen überdeckt den kleinen Finger, während Zeige-Mittel- und Ringfinger gestreckt bleiben. Die Bedeutung dieses Grusses geht weit zurück in die Gründerzeit der Pfadi in Grossbritannien. Der Daumen über dem kleinen Finger bedeutet, der Schutz des Schwächeren durch den Stärkeren. Die drei Finger standen damals für die drei Pflichten die ein Pfadfinder hatte: Die Pflicht gegenüber Gott und König, die Pflicht zur Hilfe gegenüber seinen Mitmenschen und die Pflicht gegenüber dem Pfadigesetz. Heute versinnbildichen diese drei Finger die Suche nach Sinn und Ziel des Lebens, die Verantwortung gegenüber den Mitmenschen und eine stetige Auseinandersetzung mit sich selbst.

Das Pfadihemd

Oft war das braune Pfadihemd ausschlaggebend für Vorurteile des Militarismus gegenüber der Pfadibewegung. Dabei verfolgt das Pfadihemd ideelle Zwecke. Das Pfadihemd beseitigt nämlich alle gesellschaftlichen, nationalen und religiösen Trennungen. Ob reich oder arm, alle tragen dieselbe Uniform. Wer das Pfadihemd trägt, ist ein Mitglied der Pfadibewegung und man fragte nicht, woher er kommt. Auch heute noch ist das Pfadihemd ein Symbol der Internationalität und weltweiten Zusammengehörigkeit der Pfadibewegung geblieben, und dient keinen konformistischen Bestrebungen. Die Farbe des Hemdes war schon zu Gründungszeiten khaki. Heute tragen aber die Mitglieder vieler Abteilungen farbige Hemden.

Der Pfadiname

Jedes Mitglied der Pfadibewegung trägt bei uns einen eigenen Pfadinamen. Wenn sich zwei Pfadis begegnen, sprechen sie sich normalerweise mit diesem Übernamen an. Nicht in allen Ländern brauchen die Pfadfinderinnen und Pfadfinder im Umgang miteinander solche Pfadinamen. In der Schweiz ist die Verleihung eines individuellen Übernamens jedoch zu einer Tradition geworden. Die sogenannte Pfaditaufe signalisiert den heranwachsenden Jugendlichen, dass sie in der bestehenden Gruppe aufgenommen worden sind und ihren Platz in dieser gefunden haben. Die Kinder und Jugendlichen tragen den erhaltenen Pfadinamen während ihrer gesamten Zeit bei der Pfadi und werden durch diesen auch ein Stück weit geprägt. Deswegen ist bei der Auswahl eines passenden Namens viel Fingerspitzengefühl gefragt. Die Bezeichnungen sollen schliesslich möglichst einzigartig sein und positive Eigenschaften oder besondere Fähigkeiten der Kinder und Jugendlichen zum Ausdruck bringen.